Eine Zahnzusatzversicherung klingt zunächst nach einer einfachen Rechnung: Wir zahlen monatlich einen Beitrag und sind abgesichert, wenn später teurer Zahnersatz notwendig wird. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Die Tarife unterscheiden sich erheblich – und längst nicht jede Versicherung ist für jeden Patienten sinnvoll.
Gesetzlich Versicherte erhalten bei Zahnersatz einen befundbezogenen Festzuschuss, der sich an der sogenannten Regelversorgung orientiert. Wer sich beispielsweise für ein Implantat oder eine ästhetisch anspruchsvollere Versorgung entscheidet, muss deshalb häufig einen größeren Teil der Kosten selbst tragen. Eine Zahnzusatzversicherung kann diese finanzielle Lücke verkleinern – vorausgesetzt, der Tarif passt zum persönlichen Bedarf.
Zahnarzt in Hamburg-Wellingsbüttel: Welche Leistungen sollte eine Zahnzusatzversicherung abdecken?
Je nach Tarif können Kronen, Brücken, Prothesen, Implantate, Keramikinlays oder ästhetische Verblendungen versichert sein. Hochwertigere Tarife beteiligen sich teilweise auch an zusätzlichen Leistungen rund um eine Versorgung mit einem Zahnimplantat, beispielsweise einem notwendigen Knochenaufbau.
Manche Versicherungen übernehmen außerdem Kosten für professionelle Zahnreinigungen, bestimmte Füllungen oder weitere Prophylaxe-Leistungen. Das ist angenehm, sollte für uns jedoch nicht das wichtigste Auswahlkriterium sein. Eine professionelle Zahnreinigung ist finanziell wesentlich besser planbar als umfangreicher Zahnersatz. Wichtiger ist daher die Frage, wie gut hohe und unerwartete Behandlungskosten abgesichert sind.
Auch beeindruckende Erstattungssätze sollten genau geprüft werden. „90 Prozent Zahnersatz“ klingt überzeugend – entscheidend ist jedoch, worauf sich diese 90 Prozent beziehen und ob der Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse bereits eingerechnet wird.
Eine Zahnzusatzversicherung kann besonders für Menschen interessant sein, die bei einer späteren Versorgung Wert auf hochwertige Lösungen legen und größere Eigenanteile nicht ohne Weiteres selbst tragen möchten. Wer dagegen über ausreichende finanzielle Rücklagen verfügt, sollte nachrechnen: Auch Versicherungsbeiträge summieren sich über viele Jahre. Eine Zahnzusatzversicherung ist deshalb kein automatisches Sparmodell, sondern vor allem eine Absicherung gegen ein finanzielles Risiko.
Unsere Zahnarztpraxis in Hamburg Wellingsbüttel rät: Auf das Kleingedruckte achten
Besonders wichtig ist der Zeitpunkt des Abschlusses. Wird bereits eine Krone, ein Implantat oder eine andere Behandlung empfohlen oder begonnen, ist es für deren Absicherung häufig zu spät. Bereits bekannte oder angeratene Behandlungen sind bei vielen Tarifen ausgeschlossen.
Hinzu kommen mögliche Wartezeiten und sogenannte Zahnstaffeln, die die Erstattung insbesondere in den ersten Versicherungsjahren begrenzen können. Auch fehlende Zähne, bestehende Erkrankungen oder vorhandener Zahnersatz können sich auf Aufnahme, Beitrag oder Leistungsumfang auswirken. Gesundheitsfragen sollten deshalb immer vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden.
Beim Tarifvergleich sollte man insbesondere prüfen, wie Implantate und Knochenaufbau versichert sind, ob die Anzahl der Zahnimplantate begrenzt wird, welche Erstattungsobergrenzen gelten und wie sich Beiträge langfristig entwickeln können. Auch Wartezeiten und Zahnstaffeln gehören auf die Checkliste. Ein niedriger Monatsbeitrag allein sagt wenig darüber aus, wie gut ein Tarif im Ernstfall tatsächlich ist.
Und noch etwas wird häufig unterschätzt: das Bonusheft. Regelmäßige Vorsorge lohnt sich für gesetzlich Versicherte auch finanziell. Ohne Bonus beträgt der Festzuschuss der gesetzlichen Krankenkasse 60 Prozent der durchschnittlichen Kosten der (einfachsten) Regelversorgung, nicht der tatsächlich ausgewählten Versorgung. Bei fünf bzw. zehn Jahren regelmäßig nachgewiesener Vorsorge steigt er etwas an. Das ersetzt keine Zusatzversicherung, kann den Eigenanteil aber reduzieren.
Das Fazit unserer Zahnarztpraxis Peer Meier: Eine Zahnzusatzversicherung kann sinnvoll sein, sie ist aber kein Muss. Entscheidend sind die persönliche Zahnsituation, die eigenen Ansprüche an eine spätere Versorgung, vorhandene Rücklagen und die konkreten Vertragsbedingungen.
In unserer Praxis in Hamburg-Wellingsbüttel empfehlen wir deshalb, nicht einfach den Tarif mit der höchsten Prozentzahl oder dem schönsten Werbeversprechen zu wählen. Gute Vorsorge bedeutet für uns nicht nur, Zähne möglichst lange gesund zu erhalten, sondern auch bei finanziellen Entscheidungen rund um die Zahngesundheit genau hinzusehen.